MUSGER MG 19a Steinadler >> OE-0485



  • Geschichte

Die MG 19 wurde vom österreichischen Konstrukteur Ing. Erwin MUSGER entwickelt. Die Version "a" wurde als Knickflügel, die Version "b" wurde als Geradflügel ausgeführt

Die Erstflüge mit der MG 19 erfolgten am 25.11.1951 in Klagenfurt: Erster Flug Ing. Alois Hasenknopf um 12:08 Uhr mit 20 Sek. Flugzeit, zweiter Flug Toni Kahlbacher von 12:25 Uhr bis 12:31 Uhr, dritter Flug Ing. Hasenknopf von 12:25 Uhr bis 12:31 Uhr usw.. Alle Flüge erfolgten damals mittels Windenstart. In den Jahren 1954 bis 1958 ereigneten sich die ersten Unfälle aufgrund einer zu großen Schwanzlastigkeit, meist in der Kurve zum Endanflug. Mittels Rumpfverlängerung wurde dieses Problem dann mustergültig gelöst.
Ab 1954 wurden die Versionen Mg 19a und b, 1956 die Version Mg 19c gebaut (nur 1 Stück für die Weltmeisterschaft 1956). In den Flugeigenschaften und Flugleistungen unterscheiden sich die Muster MG 19a und b nicht wesentlich. Lediglich die dynamische Längsstabilität ist bei der MG 19b geringer als bei der MG 19a. Die Zulassung der MG 19 erfolgte nach der österreichischen BVS 2 aus 1939, Beanspruchungsgruppe 2, die Übung von Gefahrenzuständen ist erlaubt. Bei Aufrüstung auf Höhenflug muß ab 4000 m eine Höhenatmer-Anlage eingebaut werden, das Fluggewicht von 480 kg darf nicht überschritten werden. Reparaturen an der MG 19a bereiten wegen ihrer einfachen Bauweise keine besonderen Schwierigkeiten. 

Insgesamt wurden 40 Stück in allen Varianten gebaut. Derzeit fliegen bekannterweise noch 12 Stk. MG 19, davon 6 Stk. in Österreich, 3 Stk. in Deutschland und jeweils 1 Stk. in Japan, USA und Kanada. Die MG 19a ist heute weltweit ein sehr gesuchter Oldtimer. Sie wurde nach den Bestimmungen der EG Vo. Nr. 216/2008 Anhang II, durch die Austro Control als zuständige Behörde, unter TC No. SF15/92 als historisches Luftfahrzeug klassifiziert (siehe Anhang A für LTH 49)!

Unsere MG19a dient vielen Modellflugzeugbauern inzwischen als Nr.1-Vorlage für den Bau von eigenen Modellflugzeugen. Immer wieder bekommen wir Anfragen über Farben und Details.


  • Technische Daten

HINWEIS: Die Daten wurden dem aktuellen Flughandbuch entnommen. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass Fehler bei der Übertragung möglich sind und daher für diese Angaben keine Haftung übernommen werden kann.

Hersteller     SPORTFLIEGERUNION KLOSTERNEUBURG 
in Zusammenarbeit mit: Oberlerchnerwerke 
Spittal/Drau
Kennzeichen OE-0485
Baujahr 1960
Werk Nr. 20/1960 "Stadt-Klosterneuburg"
Konstrukteur Ing. Erwin MUSGER
Modellbezeichnung Schulungs-, Leistungs- und Passagierflugdoppelsitzer MG 19 a
Erstflug 25.11.1951 in Klagenfurt
Bauweise Mitteldecker in normaler (Halbschalen-) Holzbauweise
Wolkenflug/Kunstflug nein
Übung von Gefahrenzuständen  ja
Spannweite 17,6 m
Rumpflänge 8,04 m
Höhe 1,72 m
Flügelfläche mit Querruder 21 m²
Profil Göttinger 530
Streckung 14,23 m
Flügelsehne zur Rumpfhorizontalen bei R. 1  -1°
Höhenleitwerksehne zur Rumpfhorizontalen  -5,5°
Rüstgewicht/Leergewicht 300 kg
Max. Abflugmasse/Höchstzul. Fluggewicht 480 kg
Max. Flächenbelastung 23,1 kg/m²
Max. Fluggeschwindigkeit bei ruhiger Luft
bei böigem Wetter                                              
bei Windenstart
180 km/h                                               
130 km/h                                               
80 km/h
Belastbarkeit: Beanspruchungsgruppe 2 x
Überziehgeschwindigkeit 50-52 km/h
Geringstes Sinken 0,64 m/s, zweisitzig 0,73 m/s
Trimmgewichte                                                     Unter 70 kg Führergewicht ist ein zusätzliches Trimmgewicht in Form eines flachen Sandsackes am Sitz anzubringen.
Beste Gleitzahl                                       26 bei 65 km/h einsitzig                          
26 bei 70 km/h zweisitzig

Begriffserklärungen

  • Gemischtbauweise: Das Flugzeug ist nicht nur aus Werkstoffen einer Art (z.B. GFK, Holz oder Aluminium) gefertigt, sondern aus verschiedenen Werkstoffen - Die Ka8 hat einen Rumpf aus Stahlrohr und Tragflächen aus Holz. Der Rumpf und die Tragflächen sind mit Stoff bespannt und lackiert.
  • Spannweite: Entfernung zwischen den Tragflügelenden.
  • Flügelfläche: Gesamtfläche der Tragflächen.
  • Profil: Form des Querschnittes eines Tragflügels.
  • Streckung: Verhältnis zwischen der Spannweite und der mittleren Tragflügeltiefe.
  • Tragflügeltiefe: Entfernung zwischen dem vorderen (Nasenleiste) und dem hinteren (Endleiste) Ende des Tragflügels.
  • Rüstmasse: Leergewicht des Flugzeuges incl. Batterie, Instrumente und fest eingebaute Trimmgewichte.
  • Maximale Abflugmasse: Maximales Gewicht des Flugzeuges incl. Gewicht des Piloten, des Fallschirmes und evtl. Gepäck.
  • Maximale Flächenbelastung: Masse, die die Tragflächen pro Quadratmeter tragen dürfen.
  • Maximale Fluggeschwindigkeit: Höchste, bei ruhiger Luft, zulässige Geschwindigkeit (Roter Strich auf dem Fahrtenmesser).
  • Fahrtenmesser: Geschwindigkeitsmesser.
  • Überziehgeschwindigkeit: Kleinste Geschwindigkeit bei der das Flugzeug gerade noch flugfähig ist.
  • Geringstes Sinken: Kleinste vertikale Geschwindigkeit mit der sich das Flugzeug dem Boden im Geradeausflug nähert.
  • Maximale Manövergeschwindigkeit: Größte Geschwindigkeit bei der noch volle Ruderausschläge zulässig sind.
  • Beste Gleitzahl: Verhältnis zwischen der in einem Zeitraum zurückgelegten horizontalen und vertikalen Strecke. 
    Beispiel: 27 heißt, dass das Flugzeug je Höhenmeter 27 Streckenmeter schafft.