FUJI FA 200/180 AEROSUBARU >> D-EITT


  • Geschichte

Aus der Asche der WW II-Flugzeugfirma Nakajima Aircraft Company entstand im Juli 1953 FUJI HEAVY INDUSTRIES Ltd. (ein Mischkonzern, bestehend aus sechs verschiedenen Konzernen, denen u.a. auch der WW2 Kampfflugzeughersteller Nakajima und Subaru cars angehörten), welche als erstes 161 Stk. Flugzeuge der Marke Beechcraft Type Mentor für die Selbstverteidigung (Japan Self-Defence Forces, Philippine Airforce und Indonesian Airforce) produzierte, danach begann die Produktion eines viersitzigen, kunstflugtauglichen Zivilflugzeugs, die als FA-200 Aero Subaru (SUBA) hergestellt wurde. 

Die Wiederbelebung des japanischen Flugzeugbaues erlaubte FUJI HEAVY INDUSTRIES Ltd. auch ein eigenes 4-sitziges Ganzmetall-Leichtflugzeug, die Fuji FA-200 Aero Subaru zu fertigen, dessen Prototyp nach dessen Herstellung in der Utsunomiya factory bereits am 12. August 1965 als FA-200-160 mit dem 119 kW (162 PS) starken Avco Lycoming O-320-D2A Motor flog und in Serie ging. Die japanische Zulassung für diese Basisversion wurde am 1. März 1966 erteilt.

Es wurden die Typen FA 200-160 (160 PS-Version mit starrem Propeller), FA 200-180 A (180 PS-Version mit Verstellpropeller) sowie die Type FA 200/180 AO (180 PS-Version mit Vergaser und starrem Propeller) gefertigt.1980 zählte man ca. dreihundert Maschinen.
Erste Kunden waren neben japanischen Fliegerclubs die All Nippon Airways und die japanische Luftwaffe, die diese Maschinen als Schulflugzeuge einsetzten. 

Am 26. September 1967 erhielt die FA-200 Serie in den USA die FAA Zulassung gem. Type Certificate No. A4 PC und zugehörigen TC Data Sheet für die drei Kategorien Normal, Utility und Acrobatic. In Japan erhielt die Verstellpropellerversion mit dem O-360-B1B und Luftschraube mit konstanter Drehzahl ihre Zulassung bereits am 28. Februar 1968, in den USA 1969 ihre Zulassung. 

Nach Deutschland kam die FA-200 erstmalig am 19. August 1970 durch den damaligen Alleinimporteur Panoramaflug in Egelsbach. Dort wurden die auf dem Seeweg gekommenen Maschinen von der Firma Röder Präzision montiert, abgenommen und eingeflogen. Auch in Holland sollen einige Maschinen assembliert worden sein.

Nach dem deutschen LBA-Kennblatt Nr. 1008 Ausgabe 7 vom 23. Februar 1978 wurde eine weitere Zulassung der japanischen Luftfahrtbehörde am 18. Dezember 1974 gemäß Type Certificate No. 20-10 und zugehöriger Aircraftspecification erteilt. 

Trotzdem die FA-200 zunächst den Eindruck eines konventionellen Tiefdeckers mit starrem Bugradfahrwerk macht, fallen auf den ersten Blick drei Besonderheiten auf: 

Sie wirkt sehr lang und gestreckt, etwas hochbeinig und die abgesetzte, nach hinten aufschiebbare Kabinenhaube, wirkt etwas anders als das Piper Cherokee und Piper Archer gewohnte Auge erwartet. In der Tat beweisen die Abmessungen, daß die FA-200 nicht weniger als 80 cm länger und 35 cm höher ist als die direkt vergleichbare Piper Cherokee. Die langen Leitwerkshebelarme bieten natürlich günstige Voraussetzungen für gute Stabilität und Manövrierfähigkeit, während das hohe Fahrwerk dem Propeller eine beruhigende Bodenfreiheit verschafft. Es bleibt aber nicht aus, daß die Maschine ca 50 bis 60 Kg schwerer ist als das vergleichbare Muster. Der große Vorteil ist die positive Belastbarkeit von 6 g, die von keiner vergleichbaren Konkurrenzmaschine in Bezug auf Stabilität und Sicherheit zu schlagen ist, ganz abgesehen von der Möglichkeit des einfachen Kunstflugs.

Eine weitere Besonderheit sind die leicht demontierbaren Tanks in der Flügelnase, die zusammen 204 Liter fassen und für eine Reichweite von bis zu 1345 Km sorgen. Positiv fällt die leichtgängige und reaktionsschnelle Steuerung um alle drei Achsen auf, die in deutlichem Gegensatz zu den trägeren Steuerreaktionen vieler US Flugzeuge steht. Die gute Sicht nach vorne ist ein weiterer bemerkenswerter Aspekt dieses Musters. Die Schiebehaube selbst hat außer der voll geöffneten Stellung für das Ein- und Aussteigen noch vier verschiedene Rastungen, die es ermöglichen, mit offener Haube zu fliegen. Alles in allem ist diese Maschine eine gelungene Konstruktion, die auch heute noch mit vielen Neubauten locker konkurrieren kann. 

Leider wurde der Bau dieses zuverlässigen Flugzeuges 1977 aus Kostengründen nach 277 Einheiten eingestellt. Über Sonderauftrag wurden bis 1986 weitere 25 Stk. gebaut. Insgesamt wurden 299 Fuji´s der Type FA 200 hergestellt.

Die Firma FUJI, die außer im Automobilbau auch heute noch im Flugzeugbau tätig ist, fertigt dem Vernehmen nach derzeit nur noch Kampfjets. 

Der ursprüngliche Aircraft Designator "FH 20" wurde mit ICAO Document 8643 abgeändert auf "SUBA"


  • Technische Daten

HINWEIS: Die Daten wurden dem aktuellen Flughandbuch entnommen. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass Fehler bei der Übertragung möglich sind und daher für diese Angaben keine Haftung übernommen werden kann.

Hersteller Fuji Heavy Ind. Ltd.
Konstrukteur Utsunomiya plant of Fuji Heavy Industries Ltd.
Land Tokyo/Japan
Baujahr 1973
Modellbezeichnung FUJI FA 200-180 AEROSUBARU
Werknummer FA 200-189
Erstflug Type, produziert bis 12.8.1965/1986
Kennzeichen D-EIDW
Zulassungen Passagierflug, Nutzflug, Kunstflug
Kraftstoff AVGAS 100 LL
Bauweise Einmotoriger freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise, nicht einziehbares Fahrwerk in Bugradanordnung
Schalldämpfer Liese 2x V60-55
Sitzplätze 4, bei Kunstflug nur 2 Personen
Spannweite 9,42 m
Rumpflänge 8,17 m
Höhe 2,59 m
Flügelfläche 14 m²
Leergewicht 650 kg
Max Zuladung 500 kg
Max. Abflugmasse 1.150 kg
Belastbarkeit +5.0g, -3.0g
Max. Fluggeschwindigkeit VNE 158 kt
Reisegeschwindigkeit VNO, VA136 kt ca. 167 km/h in 5.000 ft
Dienstgipfelhöhe 13.700 ft
Motor Lycoming IO-360-B1B L-8111-51A
Kraftstoff AVGAS 100 LL
Tankinhalt, ausfliegbarer Kraftstoff 204 Liter, 196 Liter
Schmierstoffmenge 7,6 Liter
Motorleistung 126 kW / 180 PS 2700 U/min
Propeller McCauley B2D34C53/74E-0 Verstellpropeller, d= 1,88 m
Reichweite 1.400 km bei 55% Leistung in 7.500 ft
Überziehgeschwindigkeit                                103 km/h ohne Gas ohne Klappen             
87 km/h ohne Gas mit Klappen ausgefahren
Max. Manövergeschwindigkeit 158 kt

Begriffserklärungen

  • Spannweite: Entfernung zwischen den Tragflügelenden.
  • Flügelfläche: Gesamtfläche der Tragflächen.
  • Profil: Form des Querschnittes eines Tragflügels.
  • Streckung: Verhältnis zwischen der Spannweite und der mittleren Tragflügeltiefe.
  • Tragflügeltiefe: Entfernung zwischen dem vorderen (Nasenleiste) und dem hinteren (Endleiste) Ende des Tragflügels.
  • Rüstmasse: Leergewicht des Flugzeuges incl. Batterie, Instrumente und fest eingebaute Trimmgewichte.
  • Maximale Abflugmasse: Maximales Gewicht des Flugzeuges incl. Gewicht des Piloten, des Fallschirmes und evtl. Gepäck.
  • Maximale Flächenbelastung: Masse, die die Tragflächen pro Quadratmeter tragen dürfen.
  • Maximale Fluggeschwindigkeit: Höchste, bei ruhiger Luft, zulässige Geschwindigkeit (Roter Strich auf dem Fahrtenmesser).
  • Fahrtenmesser: Geschwindigkeitsmesser.
  • Überziehgeschwindigkeit: Kleinste Geschwindigkeit bei der das Flugzeug gerade noch flugfähig ist.
  • Geringstes Sinken: Kleinste vertikale Geschwindigkeit mit der sich das Flugzeug dem Boden im Geradeausflug nähert.
  • Maximale Manövergeschwindigkeit: Größte Geschwindigkeit bei der noch volle Ruderausschläge zulässig sind.
  • Beste Gleitzahl: Verhältnis zwischen der in einem Zeitraum zurückgelegten horizontalen und vertikalen Strecke. 
    Beispiel: 27 heißt, dass das Flugzeug je Höhenmeter 27 Streckenmeter schafft.