BEECHCRAFT BE77 Skipper >> OE-AMA

  • Geschichte

Dieser Tiefdecker wurde mit dem Ziel einen Primärtrainermit niedrigen Anschaffungskosten zu entwickeln, der sich auf einfache Wartung und niedrige Betriebskosten konzentriert. 
Die Konstruktionsarbeiten an der Skipper begannen 1974 als Baureihe PD 285, die am 6. Februar 1975 als Experimentalflugzeug ihren Jungfernflug absolvierte. Der Prototyp wurde von einem Continental O-200 mit 100 PS angetrieben und hatte ein Gesamtgewicht von 800kp. Ein langsames und gezieltes Entwicklungsprogramm folgte. 

Die ersten drei Studien beinhalteten Beiträge von namhaften Ingenieuren außerhalb von Beech, darunter Karl Bergey, Fred Weick und John Thorp. Howard "Pug" Piper war ein Berater von Beech, als sich der Skipper in seinen frühen Entwicklungsstadien befand, und Jim Bede lieferte auch einen zusätzlichen Input. Das Entwicklungsprogramm des Modells 77 Skipper war ein Ergebnis der vierten Beech-Studie eines zweistelligen Flugzeugs in 10 Jahren. 

Das Flugzeug flog mit drei verschiedenen Triebwerken und mit zwei verschiedenen Leitwerken, einem konventionellen Leitwerk mit einem Stabilator, das andere mit einem T-Leitwerk. Der Skipper hatte eine etwas bessere Trudelrückstellung mit dem T-Leitwerk. Die Ingenieure von Beech experimentierten auch mit verschiedenen Steuerungssystemen. Sie haben Flaperons (Kombinationsklappen und Querruder) ausprobiert und abgelehnt. Maßstabsmodelle wurden Spin-getestet, und ein Windkanal wurde für den gleichen Zweck verwendet.

Die Skipper Flügel  GA (W) -1 wurden speziell für Low-Speed-Anwendungen der Luftfahrt entwickelt, basierend auf NASA- Forschung der 1970er Jahre. Die Tragflächenprofile sind ein Ergebnis der schnellen, superkritischen Tragflächen-Technologie der NASA und bieten einen geringeren Widerstand und eine höhere Auftriebsfähigkeit. Das Flugzeug wurde für absichtliches Trudeln (Spins) zertifiziert. Die T-Leitwerk-Konfiguration platziert den horizontalen Stabilisator oberhalb des Windschattens in ungestörter Luft, um einen ruhigeren Flug und eine positivere Kontrolle während der Landemanöver zu ermöglichen. Die Steuerreaktion ist hervorragend ausgewogen, und die Querruder sind in allen Geschwindigkeitsbereichen bis zum Stand ziemlich verspielt. Das Überziehen der Skipper macht fast Spaß. Die Flügel geben viel Prestall-Buffeting. 

Obwohl es sich um ein Ganzmetall-Design handelt, beinhaltet gerade die Skipper eine Reihe von innovativen Konstruktionstechniken, einschließlich Wabenverbindungen, rohrförmigen Holmen und einer heißverklebten Flügelstruktur. Die Klappen und Querruder werden durch Drehmomentrohre anstatt durch Kabel betätigt. Das Fahrwerk ist an der Rumpf-/Flügel-Verbindung montiert, hat aber einen 2 m breiten Radstand, wodurch es auf dem Boden "gespreizt" wird.

Wie Cessna und Piper verwendete man bei der Skipper den Lycoming O-235 Motor mit 115 PS bei 2.700 U / min. Die Kabinenbreite ermöglicht deutlich bequemeres Sitzen als seine beiden Mitbewerber.

Die Kabinenkabine des Skippers bietet dem Fluglehrer und dem Flugschüler eine optimale Rundumsicht, während die linke und die rechte Tür für einen bequemen Einstieg sorgen. Ein Außentunnel auf der Unterseite des Rumpfes beherbergt primäre Kontrollen und sorgt für zusätzlichen Kabinenraum, sowie für einfache Wartung. Ein neues Konzept im Tragflächenentwurf wurde vom Skipper verwendet.  Die T-Leitwerk-Konfiguration platziert den horizontalen Stabilisator oberhalb des Windschattens in ungestörter Luft, um einen ruhigeren Flug und eine positivere Kontrolle während der Landemanöver zu ermöglichen.

Beechcraft ist ein Top-Level-Produzent und der "Rolls-Royce" der General Aviation. Der Skipper war Beechcrafts Versuch mit der beliebten Cessna 150-Trainerlinie zu konkurrieren. Als Low-Wing T-Tail-Modell, das dem Aussehen eines weiteren Wettbewerbers sehr ähnlich ist, der Piper PA-38 Tomahawk. Der Skipper war immer als ein Zwei-Platz-Flugzeug entworfen, und es gab keinen Plan, es zu einem Vier-Platz zu strecken. Das Produktionsdesign des Flugzeugs wurde erst Anfang 1978 eingefroren.

Der größte Teil der Produktion wurde zunächst an Beechcrafts Flugschulnetzwerk, die Beech Aero Centres, geliefert, wo sie als primäre Trainer eingesetzt wurden. Eine Handvoll Skipper wird immer noch als Trainer eingesetzt. Viele andere sind in den Händen von privaten Besitzern, die sie gerne als Reiseflugzeug benutzen. Das Flugzeug wurde in einer Stückzahl von 312 Flugzeugen gebaut.

Der Skipper ist das dritte Beechcraft T-Tail-Modell nach dem Super King Air und Duchess. 

  • Technische Daten

HINWEIS: Die Daten wurden dem aktuellen Flughandbuch entnommen. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass Fehler bei der Übertragung möglich sind und daher für diese Angaben keine Haftung übernommen werden kann.

Hersteller BEECH Aircraft Corporation, USA
Konstrukteur Pug Piper, Fred Weick, John Thorp und Jim Bede
Land Vereinigte Staaten
Erstflug Type 6.5.1975
Baujahr 1981
Modellbezeichnung BE77 Skipper
Kennzeichen OE-AMA
Werknummer WA-251
Bauweise Tiefdecker mit Hochauftriebsprofil, rohrförmiger Hauptholm, Kastenrumpf, T-Leitwerk Aluminium-Ganzmetallbauweise, Dreipunktfahrwerk mit steuerbarem Bugfahrwerk
Sitzplätze 2
Spannweite 9,14 m
Rumpflänge 7,32 m
Höhe 2,41 m
Flügelfläche 12,1 m²
Profil NASA Hochauftriebsflügel (GAW-1)
V-Stellung  
Federbein Dreibeinfahrwerk steuerbares Bugrad 31° links/rechts hydraulisch gedämpft
Hauptfahrwerk Rohrfeder
Zulassungen VFR-Tagflug, VFR-Nachtsichtflug
Motor Lycoming O-235-L2C 
Kraftstoff AVGAS 100 LL und/oder Superkraftstoff EN 228
(30 gallons = 113,56 Liter, ausfliegbar 29 gallons = 109,77 Liter
Motorleistung 115 hp - 86 kW
Propeller Sensenich fixed pitch 72CKS12-0-52 (DM= 72 inch)   
2-Blatt Aluminiumpropeller
Reichweite in 8.000 ft Endurance @ 65% power: 4.6 hr. 
Schalldämpfer keiner
Zusatz  
Leermasse 499 kp
Max. Abflugmasse 760 kp
Gepäck im Gepäckfach max. 54,43 kp

Max. Fluggeschwindigkeit VNO:

119 kt CAS-IAS

Geschwindigkeiten für einen sicheren Flug

Vy 68 kt
Vx 61 kt
Balked Landing Climb (Flaps down) 63 kt
Rotation 56 kt, Accelerate 60 kt
50 ft: 60 kt
Landing Approach 63 kt
Steigflug in 8.000 ft: 665 ft/min @ 65 kt 

Dienstgipfelhöhe 12.900 ft - 3.932 m
Beste Gleitfluggeschwindigkeit 
mit mitdrehendem Propeller
63 kt
Vne Zulässige Höchstgeschwindigkeit
Vno Maximale Reisegeschwindigkeit
Vfe Maximale Geschwindigkeit Klappen ausgefahren
Vp Manövergeschwindigkeit (CAS)
VNE 143 kt/CAS-IAS
VA 109 kt /CAS-IAS
VF and VFE 90 kt /CAS-IAS
Do not Extend Flaps or operate with Flaps Extended Above this Speed
 
Überziehgeschwindigkeit 
Klappen eingefahren
Klappen ausgefahren

49 kt
47 kt
 
Höhenverlust bei Herausnehmen des 
Flugzeuges aus dem überzogenen Flugzustand
Maximum alttitude loss during a normal stall recovery is approximately 300 ft
Flug-Lastvielfaches 
1.675 Pounds =759,76 kp
Klappen eingefahren  +4,4 G  / - 1,76 G
Klappen ausgefahren  + 2,0 G
Seitenwindkomponente beim Start bei der Landung (demonstrated) 15 kt
Ausrüstungsverzeichnis  
COM I TRIG TY-96
NAV  KING KN53
GP                     
Marker              KING KMA24
XPDR              TRIG TT-31
ENCODING ALTIMETER TCI SSD120
ADF KING KR87
AUTOPILOT -
ELT                  ARTEX 345
2-Platz-Intercom Inetervox nat
GPS  

Begriffserklärungen

  • Spannweite: Entfernung zwischen den Tragflügelenden.
  • Flügelfläche: Gesamtfläche der Tragflächen.
  • Profil: Form des Querschnittes eines Tragflügels.
  • Streckung: Verhältnis zwischen der Spannweite und der mittleren Tragflügeltiefe.
  • Tragflügeltiefe: Entfernung zwischen dem vorderen (Nasenleiste) und dem hinteren (Endleiste) Ende des Tragflügels.
  • Rüstmasse: Leergewicht des Flugzeuges incl. Batterie, Instrumente und fest eingebaute Trimmgewichte.
  • Maximale Abflugmasse: Maximales Gewicht des Flugzeuges incl. Gewicht des Piloten, des Fallschirmes und evtl. Gepäck.
  • Maximale Flächenbelastung: Masse, die die Tragflächen pro Quadratmeter tragen dürfen.
  • Maximale Fluggeschwindigkeit: Höchste, bei ruhiger Luft, zulässige Geschwindigkeit (Roter Strich auf dem Fahrtenmesser).
  • Fahrtenmesser: Geschwindigkeitsmesser.
  • Überziehgeschwindigkeit: Kleinste Geschwindigkeit bei der das Flugzeug gerade noch flugfähig ist.
  • Geringstes Sinken: Kleinste vertikale Geschwindigkeit mit der sich das Flugzeug dem Boden im Geradeausflug nähert.
  • Maximale Manövergeschwindigkeit: Größte Geschwindigkeit bei der noch volle Ruderausschläge zulässig sind.
  • Beste Gleitzahl: Verhältnis zwischen der in einem Zeitraum zurückgelegten horizontalen und vertikalen Strecke. 
            Beispiel: 27 heißt, dass das Flugzeug je Höhenmeter 27 Streckenmeter schafft.