GESCHICHTE DER SPORTFLIEGERUNION KLOSTERNEUBURG

Gründungsjahr 1950

Fünf Jahre nach Kriegsende 1945 trafen sich drei junge Klosterneuburger in der damaligen russischen Besatzungszone Klosterneuburg - Otto DEGENFELD, Otto ERLINGER und Otto THANNHEISER im Gasthaus HÜBNER in Klosterneuburg, Rathausplatz 4. Klosterneuburg war während des 2. Weltkrieges auf Anordnung des damaligen Gauleiters BÜRCKEL zum 26. Wiener Gemeindebezirk mutiert. 

Sie waren während des 2. Weltkrieges zum Segelfliegen ausgebildet worden und hatten den Wunsch, das Fliegen in irgendeiner Art und Weise wieder aufzunehmen. Zu dieser Stammtischrunde stießen weitere Interessierte: S. GSCHIRRMEISTER, E. SPÖTH, G. REBIEN, H. STRASSER, Fr. E. STRASSER, H. STROTZKA, H. PINGGERA, H. KARNER. 

So entschloss man sich gemeinsam ein Segelflugzeug zu bauen.
Doch die Nachkriegswirren und die bestehende russische Besatzung erschwerten dieses Vorhaben immer wieder. Die Aktivitäten litten unter dem absoluten Flugverbot des Alliierten Rates. 
Erst 1949 wurde der Segelflugsport vom Alliierten Rat freigegeben. 
Ein Plakat "Segelflieger, es ist soweit" war wohl seinerzeit ein großes Risiko, das letztendlich aber doch von Erfolg gekrönt wurde. ​Weitere Fliegerfreunde aus den Sparten Modellbau und Motorflieger fanden zu der Stammtischrunde der Segelflieger: Ing. A. BENDTSEN, H. Reichl, Prof. DI Dr. R. WÖRLE, F. BRACHMANN, R. SCHULZE und M. HENGL. 

Die Zusammenkünfte mit Besprechungen, Ausarbeitung von Plänen für den TAG  "X" waren wertvoll und zielführend. Die Gründung eines eigenen Clubs war zwar damals noch nicht möglich, wohl aber 1951 das Unterkommen als "Sektion Segelflug" bei der Österr. Turn- und Sportunion. Alle Risken und Finanzierungen hatte die "Sektion Segelflug" selbst zu tragen; verantwortlich zeichnete Otto ERLINGER, der als Sektionsleiter gewählt worden war. 

Der Flugzeugbau 

SFU GRUNAU BABY IIIÄußerst geschickte, einsatzfreudige und versierte Mitglieder begannen mit dem Flugzeugbau. Im Westen Österreichs hatte man schon etwas früher begonnen Fluggeräte in Selbstbaugruppen zu bauen, wobei die Frage der Sicherheit bei Weitem noch nicht geklärt war. Der "Österreichische Aero-Club" (Dachverband für die allgemeine Fliegerei der Zukunft) war in Gründung und man erkannte dort die Notwendigkeit, für die Sicherheit der Gruppenarbeit zu sorgen. Fachleute und fachverwandte Idealisten wurden angeworben, um österreichweit die Selbstbaugruppen in den Griff zu bekommen. DI Paul KRAKOFCIK wurde der Gruppe "SFU-Klosterneuburg" als Bauprüfer mit der Aufgabe zur Arbeitsüberwachung und Prüfung der Einzel- und Baugruppenteile zugeteilt.

In Klosterneuburg wurde ein schwer beschädigter Schulgleiter SG 38 Spannturm aufgetrieben. Aufgrund der damals sehr schwierigen finanziellen Lage wurde eine Interessensgemeinschaft mit der Fliegergruppe Hollabrunn gebildet und eine Baugruppenteilung vereinbart. Die Fliegergruppe Hollabrunn stellte die Tragflächen, die Klosterneuburger reparierten den Spannturm und stellten den Gitterrumpf mit Seiten- und Höhenruder her. Der Zusammenbau des wieder neu aufgebauten Schulgleiters SG 38 erfolgte in Hollabrunn, ebenso die Überprüfung und der Erstflug. 

Anlässlich eines Flugtages in Hollabrunn wurde die feierliche Weihe des Schulgleiters vorgenommen. Pate war damals der Zirkus-Direktor Rebernigg. Durch das Experiment ermutigt besann man sich darauf, einen Eigenbau zu wagen. Die Interessensgemeinschaft Hollabrunn/Klosterneuburg löste sich auf. Der Spannturm mit Gitterrumpf wurde der Fliegergruppe Hollabrunn überlassen.

Als Segelflugzeug wurde ein einsitziges Schul- und Übungsflugzeug der zu dieser Zeit bewährten Type Grunau-Baby III gewählt. Die Pläne für das Vorhaben wurden vom "Wiener USFC" geborgt sowie von Otto ERLINGER überzeichnet bzw. überarbeitet. Die Pläne und die Bauüberwachung wurden noch von der russischen Besatzungs-Kommandantur genehmigt. Kiefernholz wurde mit der vorgeschriebenen Anzahl an Jahresringen in Leisten geschnitten und nach den Plänen in Rippen und Spanten verleimt. Das nötige Sperrholzmaterial wurde von einer anderen Flugzeugselbstbaugruppe besorgt, deren Fortbestand durch das Kriegsende nicht unterbrochen worden war.

1951-1953 Der Bau unseres Grunau-Baby´s III in Klosterneuburg

Nach Fertigung der Einzelteile wurde mit einem Höchstmaß an Einsatzbereitschaft und Eifer bis spät in die Samstag- und Sonntagnächte mit dem Zusammenbau von Quer- und Höhenruder begonnen. Da die Flugzeugteile allen Platz in der Werkstatt beanspruchten, mußte ein Teil der Mitglieder den notwendigen Transportanhänger für das Segelflugzeug im Hof bauen. Das Ausmaß der Ladefläche wurde exakt auf die Flugzeugteile, bestehend aus Rumpf, zwei Flächenteilen und einer Höhenflosse, abgestimmt, um der Straßenverkehrsordnung zu entsprechen. Nach zwei Jahren harter Arbeit war das Segelflugzeug mit Kennzeichen OE-0236 samt Anhänger fertiggestellt. Vom Bundesamt für Zivilluftfahrt wurde mit Zl. 25.835/-6/64 der Bauprüfer Ing. Krakowcik zugeteilt.

Die feierliche Taufe des ersten Segelflugzeuges, benannt nach des berühmten Volksschauspielers Attila HÖRBIGERS Tochter "Liesl".
Die bestehenden Bedingungen des Luftamtes für den Westen Österreichs wurden in der Zwischenzeit auch auf den Osten unseres Landes ausgeweitet, wodurch der Segelflug nun in ganz Österreich freigegeben war. 

Segelflugverein mit langjähriger Tradition in Klosterneuburg - Flugzeugweihe vor dem Rathaus von Klosterneuburg

 

    Die feierliche Einweihung des luftamtlich unter dem Kennzeichen OE-0236 registrierten Flugzeuges fand am Rathausplatz durch den hohen Klerus statt. In Anwesenheit von Burgschauspieler Attila Hörbiger erhielt das neue Segelflugzeug den Namen seiner Tochter "Liesl". 

Als Gäste beehrten sich der Vizebürgermeister der Stadt Klosterneuburg, zahlreiche Stadträte, weiters Aero-Club-Präsident Fritz Polcar, Union-Obmann RR Mayer, eine Abordnung der russischen Besatzungs-Kommandantur sowie unzählige interessierte Bürger der Stadt. Als Flugplatz wurde das Überschwemmungsgebiet an der Donau (der nachmalige Flugplatz Donauwiese LOAE) für geeignet erklärt und der Prüfflug mit Erfolg vom Luftamt vorgenommen.

  Aufgrund der in dieser Zeit sehr erschwerten Bedingungen durch die Besatzung sowie hoher wirtschaftlicher und finanzieller Belastungen leistete die Klosterneuburger Fliegergruppe in der Zeit von 2 Jahren (1952-1954) einen ansehnlichen Beitrag zur Nachkriegsfliegerei in Wien und Umgebung. 

Nun war man durch den Bau des Flugzeuges und des Anhängers gewzungen eine größere Werkstätte mit Einstellmöglichkeit zu suchen. Der österreichische Staatsvertrag vom 15. Mai 1955 und der vollzogene Abzug der Alliierten brachte Österreich auch die volle Freiheit im Luftraum. Damit wurde auch die Pionier-Kaserne in der Oberen Stadt frei. Die Stadt Klosterneuburg stellte die zwei erforderlichen Räume zur Verfügung, Licht sowie Heizung und Werkstatteinrichtung wurden vom Verein getragen. Der Zufall wollte es, dass die Fa. Beer einen zerlegten fahruntüchtigen Steyr 155 besaß, den sie uns überließ. Mit vielen Einsatzstunden zur Instandsetzung war dann Wochenendfliegen in Seyring, Donauwiese, Langenlebarn und Fliegerurlaube in Aigen/Ennstal möglich. Das Steyr Zugfahrzeug wurde 1963 durch einen VW-Bus ersetzt.

Jungfernflug über Klosterneuburg mit Blick auf den ehemaligen Klosterneuburger Flugplatz "Donauwiese" LOAE

Da mittlerweile die Flugscheine aller Mitglieder abgelaufen waren, konnte der Traum vom Fliegen erst nach deren Verlängerung in Erfüllung gehen. Der rasche Ablauf der Überprüfungen war der Funktion des im Krieg zum Fluglehrer ausgebildeten Erich SPÖTH, einem Mitglied der Gruppe, zu verdanken. Im Überschwemmungsgebiet war eine kräftige Motorseilwinde mit ca. 800 m Seil stationiert, um Segelflugzeuge auf 300-400 m Höhe zu schleppen.
Nach dem Seilabwurf konnte das Segelflugzeug den Leopoldsberg und Kahlenberg erreichen und im Aufwind dieser Berge stundenlang segeln, was in der damaligen Zeit eine Sensation für Wien und Umgebung war und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf sich zog. In der Folge traten zahlreiche flugbegeisterte Jugendliche dem Club bei: G. ALBRECHTt, R. GRADISCH, W. KONRAD, A. MOSHAMMER, A. NEUHAUSER, G. PANTUCEK, E. RUFFINGSHOFER, W. SPIEHS, H. STRASSER, L. VIDMER. Diese sogenannten "Jungflieger" absolvierten ihre "Klasse 1-Ausbildung" bei Fluglagern am Spitzerberg und unternahmen anschließend Übungsflüge mit dem Grunau-Baby III.

Es war für jedes Mitglied der Segelfliegergruppe ein Glücksgefühl, im selbstgebauten Flugzeug die Freiheit über den Wolken zu erleben. Alle bisherigen Probleme, Entbehrungen und Arbeitseinsätze bis spät in die Nächte hinein waren von einem unbändigen Idealismus getragen.

Seinerzeit flog Helmut STROTZKA mit dem Grunau Baby III im Streckenflug vom Spitzerberg direkt über Wien und Schloß Schönbrunn nach Langenlebarn, womit er auch die Bedingungen für das Leistungsabzeichen "Silber C" schaffte.  

Wochenendfliegen war angesagt am ehemaligen Kriegsflugplatz in Seyring, auf der Donauwiese, Langenlebarn und Fliegerurlaube in Aigen/Ennstal belohnten die Mühe und den Fleiß.

Der Flugsport war damals kein Massensport, denn er stellte hohe Ansprüche. Grundvoraussetzungen dazu waren eine profunde und solide Ausbildung und das nötige Verantwortungsbewusstsein, das einen guten Piloten kennzeichnet. Naturverbundenheit, geduldiges Warten auf geeignetes Flugwetter, richtige Reaktion auf Wetterumschwünge während eines Fluges gehören ebenfalls dazu.
Disziplin und Kameradschaft werden groß geschrieben, wie auch Teamwork eine Notwendigkeit ist, um Start und Landung entsprechend zu gewährleisten. 

Hinweis: Die OE-0236 wurde auf Ersuchen von Toni KAHLBACHER dem Luftfahrtmuseum AVIATICUM leihweise überlassen. Das Luftfahrtmuseum wurde inzwischen geschlossen, so dass das Segelflugzeug bald wieder in den Flugzeughallen in LOAN zu sehen sein wird.

Ein Doppelsitzer für den Schulungsbetrieb 

In der Folge reifte der Gedanke an den Bau eines doppelsitzigen Segelflugzeuges, das im Schulungsbetrieb Verwendung finden sollte. Mit den im Flugzeugbau erreichten Erfahrungen und der guten Zusammenarbeit in der Gruppe musste das Vorhaben gelingen!

Schon in der Zwischenkriegszeit wollte man eine bescheidene Flugzeugindustrie in Österreich aufbauen. Bei den Segelflugzeugen war es unter anderem HÜTTER und MUSGER die maßgeblich daran beteiligt waren.
Die engere Wahl fiel auf eine österreichische Konstruktion von Ing. MUSGER aus Graz mit der Typenbezeichnung MG 19a "Steinadler".
Ausschlaggebend war die Holzbauweise, damit eventuelle Schäden in der noch bestehenden Werkstätte selbst behoben werden konnten. Für damalige Verhältnisse war die doppelsitzige MG 19 mit 18 m Spannweite und hervorragender Optik ein Leistungssegelflugzeug. Da die Firma Oberlerchner in Kärnten dieses Flugzeug in Serie baute und ganz Europa belieferte, kam es zu einem Erfahrungsaustausch und dem Erwerb von Plänen und Lizenz.  
In Klosterneuburg-Weidling in der Alleestraße 23 bestand zwar während des Krieges eine komplett eingerichtete Werkstätte, wo die interessierte Jugend die Möglichkeit hatte, kleinere Schäden an Fluggeräten selbst zu beheben, noch bevor diese selbst zum Fliegen zugelassen wurden. Leider stand die Werkstätte nach dem Krieg nicht mehr zur Verfügung und so war man gezwungen eine neue mit Einstellmöglichkeit zu suchen. Dank der Unterstützung von Bürgermeister Dr. Tauchner konnte rasch ein geeigneter Ersatz in der Hofkirchnergasse 4 (in den Räumen des heutigen "Stadtbeisls") gefunden werden. 

Neue Werkstätte in der Hofkirchnergasse 

In der Werkstätte in der Hofkirchnergasse 4 wurde mit dem Bau der Kleinteile begonnen, doch in Anbetracht der Spannweite von 18 m wurde dringend eine größere Werkstätte benötigt. Zahlreiche Adaptierungsarbeiten mußten durchgeführt werden, wobei sich alle bemühten, ihr Bestes zu geben. Nur so war es möglich, die Vorbereitungsarbeiten in kürzester Zeit zu bewältigen. 

Durch den Staatsvertrag 1955 wurde die Pionierkaserne in der Oberen Stadt frei. Bürgermeister Dr. Tauchner half wiederum aus und die Stadtgemeinde Klosterneuburg stellte zwei notwendige Räumlichkeiten in der mittlerweile von den Russen geräumten Kaserne Leopoldstraße zur Verfügung. Im Gegenzug mußten vom Verein entsprechende Adaptierungsarbeiten wie Maurerarbeiten, Heizungs-, Beleuchtungsinstallationen sowie eine  Werkstatteinrichtung beschafft werden. Nach mühevoller Instandsetzung dieser Räume kam es zum emsigen Weiterbau der Flugzeugteile. Die Kleinteile wurden fertiggestellt, Quer- und Höhenruder mit Flossen sowie das Seitenruder konnten montiert werden. Auch ein Heckrad einer ausgeschlachteten Me 109 wurde aufgetrieben und als Hauptfahrwerksrad eingebaut. Die gesamte Bauzeit betrug 4 Jahre.

 

Blick in das Cockpit des nagelneuen zweisitzigen Schulungsflugzeuges MG 19a "Steinadler"

Problematische Finanzierung 

Die nun nötige Helling machte Kopfzerbrechen. Nach weiterem Einholen von Informationen bei der Firma Oberlerchner (Wkm Luby) kam man überein, die exakt selbst gebauten Einzelteile nach Kärnten zu schicken, um die Helling der Firma in Anspruch zu nehmen. Die Sorge um eine Werkstätte war somit auf geraume Zeit beseitigt, doch die Finanzierung stellte nach wie vor ein Problem dar. Der von Oberlerchner halb beplankte Segelflieger kehrte mit der Bahn nach Klosterneuburg zurück. In den Akten von Oberlercher wurde das Flugzeug unter Nr. 20 geführt.

Für Unterstützung sorgte die Firma Haas Nährmittel Ges.m.b.H., indem das selbstgebaute Grunau-Baby III auf zwei Jahre mit der Werbeaufschrift "PEZ"  Reklame machte. Die erhofften Zuschüsse durch die Turn- und Sportunion Klosterneuburg blieben aber aus, da sich diese auf die seinerzeit vereinbarte Selbständigkeit der Sektion berief. Doch erhielt die erfolgreiche Gruppe vom Aero-Club eine finanzielle Unterstützung. Mit einer Totoförderung stellte sich die NÖ. Landesleitung der Turn- und Sportunion Wien 1 ein und die Gemeinde Klosterneuburg unterstützte das Vorhaben ebenfalls. Den noch ausstehenden hohen Restbetrag mußten die Mitglieder jedoch selbst bestreiten!

In der Zwischenzeit wurde für die MG 19 "Steinadler" der notwendige Anhänger gebaut. Eine große Hilfe wurde der Gruppe durch die Elektrofirma Peer aus Klosterneuburg zuteil, die ihr einen Kleinlastkraftwagen Type Steyr 155 schenkte. Allerdings bestand das Fahrzeug vorerst aus Einzelteilen, inklusive zerlegtem Motor, und musste montiert und repariert werden. Natürlich musste noch viel Arbeit für Flügel, Rumpf, Haube, Bespannung, Lackierung und Instrumentierung geleistet werden. im Endeffekt betrug die Bauzeit des "Steinadlers" fünf Jahre voll harter Arbeit und Entbehrungen für die Mitglieder und deren Angehörige.

Der Prüfflug im Überschwemmungsgebiet an der Donau (am Gelände des späteren Klosterneuburger Flugplatzes "Donauwiese" - der Flugplatz musste dann nach Jahrzehnten dem späteren Donauinselbau weichen) verlief erfolgreich, das österreichische Luftamt erteilte dem Segelflugzeug die Reg.-Nr. OE-0485. Anschließend begannen die Mitglieder mit dem Einfliegen des neuen Fluggerätes. Im Laufe der Zeit war der Hangar im Überschwemmungsgebiet überbelegt und man hielt Ausschau nach einem anderen Flugplatz.

Dabei stieß man auf eine fluginteressierte Gruppe aus Tulln, die Kontakte zum Flugplatz Langenlebarn hatte, jedoch kein eigenes Flugzeug besaß.

Die Sportfliegerunion stellte dieser Gruppe die MG 19 samt Fluglehrer Erich SPÖTH zwecks Anfängerschulung zur Verfügung, mit der Hoffnung auf Mitbenützung des Flugplatzes. Leider ging diese Rechnung nicht auf, weil das Bundesheer als Flugplatzbesitzer Eigenbedarf für Segelflugausbildung anmeldete.

Nach dieser Enttäuschung mussten die Mitglieder der Klosterneuburger Segelfluggruppe einen neuen Flugplatz suchen und fanden ihn 75 km weit entfernt bei der Bundessportschule Spitzerberg, nahe bei Hainburg, wo die beiden Maschinen auch hangariert werden konnten.

Grosse Veränderungen prägten das Vereinsgeschehen 

Mit dem Abbruch der Alten Kaserne in Klosterneuburg verlor man ersatzlos die Werkstätte und somit auch die Wintereinstellmöglichkeit für beide Maschinen. Weiters entwuchsen im Verlauf der Jahrzehnte die meisten Mitglieder gewichtsmäßig dem Grunau-Baby III  und man entschloss sich schweren Herzens, das Fluggerät (mit geschlossener Haube und alternativem Windschild) inkl. dem Original-Anhänger dem in Gründung stehenden Segelflugzeugmuseum am Spitzerberg als Dauerleihgabe zu überlassen, welches in späterer Folge im AVIATICUM Wr. Neustadt aufging. Als "Motivationsanschub" spendete Hr. Toni KAHLBACHER ein Flugfunkgerät für die MG19a für die vom Flugplatzbetrieb LOAS mittlerweile vorgeschriebene Sprechfunkanlage.

Einsitzige Scheibe Ka 8b OE-5492  ergänzt den Flugzeugpark

Als Nachfolgeflugzeug hielt man Ausschau nach einem für Überlandflüge geeigneten Segelflugzeug und fand man in der Schweiz eine preisgünstige Gebrauchtmaschine der Type Schleicher Ka 8b, eine deutsche Konstruktion von Ing. Kaiser. Dank höherer Belastbarkeit und besseren Gleitwinkels ermöglichte dieses Segelflugzeug den Erwerb des Leistungsabzeichens "Silber C". Zur MG19a gesellte sich die einsitzige KA8 mit Kennzeichen OE-5492.

Ausgliederung der Sportflieger Union aus der Österreichischen Turn- und Sportunion als eigenständiger Verein

Da eine finanzielle Förderung durch die Klosterneuburger Turn- und Sportunion auch in Zukunft nicht in Aussicht stand, löste sich die Sektion "Segelflug" von dieser und gründete den eigenständigen Segelflug-Club Klosterneuburg der Niederösterreichischen Turn- und Sportunion. Die Werbung um junge Mitglieder bzw. Förderer gestaltete sich ebenfalls äußerst schwierig, weil einerseits der Standort Flugplatz Spitzerberg relativ weit von Klosterneuburg entfernt ist, andererseits der Verlust der Werkstätte in Klosterneuburg Clubaktivitäten erschwerte.

Im Frühjahr 1995 wird unsere MUSGER MG19a von AERON in Brünn unter Aufsicht von Hr. DI WINKLER (Luftfahrtbehörde) um einen Betrag von mehr als ATS 70.000,- repariert und grundüberholt. 

Am 5.4.1995 wird das historische Segelflugzeug nach Brünn von Vereinsmitgliedern überstellt und der Reparaturauftrag erteilt. Hr. DI Winkler von AustroControl Abt. 6 überwacht die durchzuführenden Arbeiten.

Das Amt der NÖ Landesregierung 
förderte das Grundüberholungsvorhaben mit ATS 15.000,-, die Stadtgemeinde Klosterneuburg  mit einem Beitrag von ATS 13.000,-. Damit konnte dann die MG19a im Herbst den Klosterneuburgern im neuen Glanz präsentiert werden.

1995: Verleihung des Stadtwappens an die SFU 

1995 trat der flugbegeisterte Pilot und Gemeinderat (der Stadt Klosterneuburg) Gustav Z. HOLDOSI in die SPORTFLIEGERUNION Klosterneuburg ein und stellte im Gemeinderat nach §4 (3) NÖ Gemeindeordnung 1973 anläßlich der 45-Jahr-Feier der SPORTFLIEGERUNION Klosterneuburg den Antrag auf Verleihung des Stadtwappens , welcher einstimmig angenommen und am 4.7.1995 durch die Stadtamtsdirektion übermittelt wurde. 

Am 1. Oktober 1995 wurde im Rahmen des traditionellen Klosterneuburger Erntedankfestes in Anwesenheit der Gemeinderäte und Bürgermeister Dr. SCHUH nach der Feldmesse  und der Fliegerweihe  am Rathausplatz um 10:30 Uhr die Fliegertaufe  durchgeführt. Die MUSGER Mg 19a wurde auf den klingenden Namen "Stadt Klosterneuburg" getauft.

Viele Gemeinderatsmitglieder, hier Vzbgm. DI Hofbauer,  nutzten die Gelegenheit um im Segelflugzeug Platz zu nehmen.

Besichtigt wurden von Bgm. Dr. Schuh auch ein Motorflugzeug,  welches die inzwischen kurzfristig gegründete Motorsektion ausstellte.

Die SPORTFLIEGERUNION Klosterneuburg bewirtete die Festgäste mit Vitamin-C-Getränken  und Gratis-Luftballons wurden an die Klosterneuburger Kinder verteilt. Auch dieses Mal war das Interesse der Klosterneuburger wieder sehr groß.


2002: Aufbruchstimmung macht sich breit

Mitte des Jahres 2002 erfolgte dann eine Generationsablöse. Langzeitobmann O. ERLINGER legte seine Funktion zurück und übergab die SPRTFLIEGERUNION an eine Mistelbacher Flugsportgruppe, die allerdings nur wenige Tage im Amt war. Damit wäre de facto der Verein erloschen gewesen , das einzige in Klosterneuburg gebaute Segelflugzeug verloren gegangen.

Das Zurückholen des verlorengegangenen Vereins nach Klosterneuburg ...

war angesagt und eigentlich war es nur zu logisch, daß sich die heimische Motorflugsportgruppe, die MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG (MFU) um den Klosterneuburger Segelflug-Verein (SFU) bemühte.
Gerade noch rechtzeitig wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung aller Vereinsmitglieder der amtierende Obmann der  MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG, Gustav Z. HOLDOSI, auch bei der SPORTFLIEGERUNION Klosterneuburg zum neuen Obmann gewählt. Ihm zur Seite wurde als Rechnungsprüfer, ebenfalls langjähriges Mitglied der SFU, der Fliegerarzt Dr. Karl BENES gestellt . 

Neue Konzepte wurden gesucht, um dem Flugsportverein wieder eine Zukunft zu sichern. Mit der Wiederaufnahme der Segelflug- und der neuen Motorseglerschulung war ein Konzept angedacht, das den Mitgliederzuwachs garantieren sollte.
Die Anschaffung eines Motorseglers der Type HB 23 und die Neuanschaffung eines neuen MG-19a-Transportanhängers (der alte von 1960 hat endgültig ausgedient) wurde beschlossen. Auch der alte Ka 8 Anhänger sollte renoviert bzw. ersetzt werden.

2003: Ankauf des neuen Reisemotorseglers HB23/2400 Hobbyliner OE-9666

SFU Motorsegler OE-9666Der Ankauf des HB 23/2400 Hobbyliner - Motorseglers erfolgte in Holland und  der Motorsegler wurde unmittelbar bei Eintreffen in Hofkirchen vom österreichischen Herstellerwerk überprüft und überholt. Hierbei wurde ein neuer Vierblattdruckpropeller zur Lärmminderung neu eingebaut. Es wurde damit auch die Segelflugschulung aufgenommen und die ersten Piloten ausgebildet.

Leider wurde der zweitjüngste Motorsegler der 'BAureihe HB23 während eines starken Sturms am Flugplatz Wiener Neustadt-Ost durch eine Windhose aus seiner kurz zuvor überprüften Verankerung in die Höhe gerissen und durch einen Anprall an das benachbarte Gebäude vollkommen zerstört.

Das Wrack wurde an einen Flugsportverein in Aigen im Ennstal verkauft.

 

 


Ein weiteres großes Projekt für dieses Jahr stellt der Bau eines neuen Anhängers für unsere MUSGER MG 19a dar, der an den Segelfluglehrer Herbert NOLZ vergeben wurde.

2004: Ankauf eines neuen Flugzeuges OE-AAR

Da sich zeigte, dass sich der Segelflugbetrieb finanziell nicht ausreichend bedecken ließ, wurde nach einer kurzen Probephase im Oktober 2004 ein eigenes Flugzeug der österreichischen Marke HOAC Katana DV 20 mit Werknummer 20114, geeignet auch für die PPL-Schulung, in Betrieb gestellt. Es ist das erste Motorflugzeug des Vereins, die OE-AAR. Das Flugzeug wurde sofort nach Eintreffen aus Klagenfurt einer grundlegenden technischen Prüfung sowie einer Überholung punkto Farbe und Design unterzogen.

 

2011: Aufnahme der Segelflugschulung

Als Ausbildungsleiter wurde der erfahrene Segelfluglehrer wurde Rudolf MOLT berufen, der gemeinsam mit Ing. Werner SCHEURINGER die Segelflugschulung per Bescheid vom 23.2.2011 übernahm.

2014: Ein neuer Motorsegler SCHLEICHER SF25C trifft ein: OE-9038

Gemeinsam mit der MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG wird ein SCHEIBE SF25C betrieben, die Segelflugschulung deckt die Schulgenehmigung der SPORTFLIEGERUNION ab, die PPL(A)-Schulung TMG wird von der MOTORFLUGUNION als ATO bestritten.

2017: Neuer Ausbildungsleiter Segelflug ist Mag. Karl Heinz EDER, Stellvertreter Ing. Werner SCHEURINGER mit Bescheid AZ.2017/7=/SF-Schul-AB/1

2018: Unsere Leihgabe Grunaubaby III kehrt mit dem zugehörigen Original-Transportanhänger wieder nach Hause zurück.


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