DIE ENTSTEHUNG DER MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG

Am 6.2.1996 wurde, nach einer Idee des  Klosterneuburger Gemeinderates Gustav Z. HOLDOSI, von den ausschließlich Klosterneuburger Proponenten Gertraud HOLDOSI, GR a.D. Gustav Z. HOLDOSI (Initiator), GR a.D. Albert KLEBEL, Christian KAMINSKI, GR a.D. Mag. Bruno SYGMUND und Monika STAHL der gemeinnützige Flugsportverein „MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG“ ins Leben gerufen. Die konstituierende Sitzung erfolgte am 8.2.1996, die Konstituierungsmeldung an die Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung erging am 9.2.1996.

Es wurden erstmals gewählt:

  • als Präsident GR a.D. Gustav Z. HOLDOSI
  • als Schriftführer GR a.D. Mag. Albert KLEBEL
  • als Finanzreferentin Monika STAHL
  • als Sportreferent Christian KAMINSKI
  • als Kulturreferent GR a.D. Mag. Bruno SYGMUND

und als Rechnungsprüfer Gertraud HOLDOSI

Am 8.2.1996 wurde die MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG als gemeinnütziger Flugsportverein von der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Niederösterreich als Vereinsbehörde mittels Bescheid Zahl Vr 245/96 vom 29.4.96 anerkannt.

Zur praktischen Ausübung des Motorflugsportes wurde der Flugplatz Spitzerberg (LOAS) auserkoren, der solange als Flugplatz diente, als die ehemalige Bundessportschule Spitzerberg existierte. Am 18. März 1996 wurde die Ansiedlung am Spitzerberg von der Bundessportschule schriftlich genehmigt.

Der Beitritt zur Österreichischen Turn- und Sportunion erfolgte am 7.5.1996.

Als erstes Flugzeug des Vereines wurde am 24.Juli 1996 eine Reims Cessna C 172 Rocket mit Kennzeichen D-EGBP angekauft.

An Mitgliedern konnte der Verein am 2. Juni 1996 bereits 16 Mitglieder verzeichnen.

Erstes Highlight war zum Jahresausklang ein offener Ziellandewettbewerb, der unter dem Titel „Abflug 96“ am Spitzerberg stattfand.
Die drei Erstplacierten waren

  • Dr. Alexander NEUHAUSER (MFU Klosterneuburg) 
  • Hans-Jürgen JURANEK (MFU-Klosterneuburg)
  • Robert PUSCH 

Am 19. Dezember 1996 wurde ein weiters Flugzeug, eine Cessna 150 mit dem Kennzeichen OE-CBE angeschafft.

Im April 1997 gelang es der Vereinsleitung den legendären Flughafen Wien-Aspern (LOWA), 20 Jahre nach der Schließung, noch einmal für eine Flugtag-Großveranstaltung zu öffnen.

Insbesonders die Stadt Klosterneuburg, Bürgermeister Dr. Gottfried SCHUH unterstützte tatkräftig diese Großveranstaltung in Wien, ebenso wie die Klosterneuburger Pioniere, die FlaBrigade Großenzersdorf, die Klosterneuburger Feuerwehr und last but not least AUSTRO CONTROL. 

Der ORF übertrug Teile der Veranstaltung, berichtete in den Abendnachrichten, RADIO WIEN und Ö3 waren live vom Flughafen Wien-Aspern (LOWA) dabei. Trotz strömendem Regen fanden sich mehr als 5.500 Personen am ehemaligen Flughafen Wien-Aspern ein. Der spätere Propst Bernhard Backovsky, Abtprimas der Augustiner Chorherren vollzog die Flugzeugweihe.
Mittels eingerichtetem Sonderpostamt wurde mit einem Ersttagsstempel der letzte Wiener-Großflugtag gewürdigt, auch ein historischer Postflug wurde von Wien-Aspern (LOWA) nach Klosterneuburg unternommen. Die Fracht wurde aus der Luft zielgenau in den Hof der Pionierkaserne abgeworfen und durch eine Stafette an das Klosterneuburger Hauptpostamt zur Auslieferung übergeben.

Mit Gemeinderatsbeschluß vom 2.8.1998 wurde der MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG das Stadtwappen zur Führung im Vereinslogo, im Schriftver-kehr sowie auf Fahnen und Flugzeugen als Zeichen der Verbundenheit mit der Stadt Klosterneuburg verliehen. Ende 1998 erfolgte die Übersiedlung der Luftfahrzeuge vom Spitzerberg nach Wiener Neustadt-Ost, wo sich auch heute noch der praktische Ausbildungs- und Flugbetrieb befindet.

Mit. 1. Juni 1999 betrug die Anzahl der Mitglieder 28 Personen. Es folgte eine Teil-nahme an der Wieselburger Ferienmesse und dort konnten wir Fr. LHStv und spätere Innenministerin Liese PROKOP als unseren Gast begrüßen. 

Highlight des Jahres 1999 war die Veranstaltung des ersten zivilen Flugtages am Militärflugplatz Langenlebarn (LOXT), welche auch die Militärattaches Frankreichs und der USA offiziell besuchten. 
Die Ehrung der hilfreichen Piloten beider Luftwaffen durch die NÖ Landesregierung, welche im Einsatz anlässlich der Lawinen-Katastrophe in Galtür anwesend waren, wurde vom Flugtag der MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG durch die US-Streitkräfte auf alle US-Militärbasen weltweit live übertragen.

Die außerordentlich hohen Kosten der Flugzeugerhaltung bereiteten jedoch Sorge und so beschloss der Vorstand über Vorschlag Ihres Präsidenten G. Z. HOLDOSI die schulmäßige Ausbildung von Piloten ins Auge zu fassen. Damit sollte die Auslastung der Flugzeuge verbessert und eine Reduktion der fixen Kosten pro Flugstunde erreicht werden.

Mit Bescheid der AUSTRO CONTROL vom  17.9.1999 wurde der Schulbetrieb in Wr. Neustadt-Ost (LOAN) genehmigt. Bereits am 22.11.1999 verzeichnete die MOTORFLUGUNION 18 PPL-Flugschüler, 9 Nachtsichtflug-Schüler sowie 2 AFZ-Schüler. Ausbildungsleiter war Hr. Ing. Wolfgang KUMMER, Fluglehrer der ersten Stunde Adolf POZDENA.

Im Jänner 2000 befanden sich wieder 15 Flugschüler im PPL-Kurs, die wirtschaftliche Basis des Vereins war durch die Flugschulung nachhaltig sichergestellt. Der Flughafen Klagenfurt (LOWK) kam als 2. Schulungsstandort dazu.

Da eine Cessna 150 als Schulflugzeug alleine nicht mehr ausreichte wurde eine zweite mit Kennzeichen D-ENKT angekauft. 

Aber auch eine Städte-Luftfahrtpartnerschaft wurde damals mit Unterstützung der Stadtgemeinde Klosterneuburg geschlossen. 

Am 1. Juli 2000 flog eine achtköpfige Delegation der MFU Klosterneuburg nach Göppingen und besuchte auf dem Segelfluggelände Gruibingen/Nortel die Flieger-gruppe Göppingen, wo sie vom Göppinger Stadtrat DAUNER und dem Obmann Helmut TETZLAFF recht herzlich empfangen wurden. Göppingen ist Partnerstadt der Stadt Klosterneuburg.

Am 6. Juni 2001 wies die MOTORFLUGUNION bereits einen Mitgliederstand von 58 Personen aus. 
In Klosterneuburg landete über Einladung des Obmannes im Sommer eine Werks-Cessna Caravan 208, welche bei der Anlegestelle der Rollfähre die Möglichkeiten für das Wasserfliegen erkunden sollte. U.a. Klosterneuburgs Stadtpolitiker erprobten begeistert den Wasserflug, der Obmann war als 2. Pilot natürlich an Bord.

Mit Bescheid der AUSTRO CONTROL vom 7.12.2001 wurde die Ausbildungsbewilligung auf die Sparte Berufspiloten, Instrumentenflug sowie Gewichtsklasse C (mehr-motorig) erweitert. 
Damit war ein großer Schritt in der Schulung gesetzt worden und entsprach dies auch dem aktuellen Erfordernis des Vereins und seiner Flugschüler.
7 Flugzeuge werden inzwischen in der Flotte verzeichnet, 7 Fluglehrer unterrichten, der Verein kratzt mit 890 Flugstunden vehement an der magischen 1.000sten Flugstunde/Jahr.

Im September 2002 wies die Vereinsstatistik einen Mitgliederstand von 66 Personen aus, die Ausbildungsleitung ging an Hans ALTENÖDER.

Der Einstieg ins Internet war neben der Mitgliederbetreuung nun vordringliche Aufgabe der Vereinsleitung. Mehrere Homepages wurden ins Internet gestellt, die Vereinskommunikation erfolgte nun per E-Mail. Bis zu 60 Stunden pro Monat wurden über sechs Monate aufgewendet, um dies zu gewährleisten.

Der Mitgliederstand per Oktober 2003 betrug 96 Mitglieder, die Zahl der ausgebildeten Privatpiloten erreichte bereits 43 Personen. Neuer Ausbildungsleiter war Cpt. Oskar ROSSMANN.

2004 besuchte Iren DORNIER über Einladung der MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG mit seiner Dornier DO24TT Klosterneuburg und dann Wien. Viele Zuseher waren bei der Rollfähre in Klosterneuburg anwesend und wieder waren es Mitglieder der Klosterneuburger Feuerwehren und der Korneuburger Feuerwehr, die der Außenlandung auf der Donau Unterstützung angedeihen ließen.

2005 übersiedelte die Motorflugschule, nach Auflassung des ursprünglichen vom NÖSFC betriebenen Theorieschulstandortes in Wien 3, Kundmanngasse 11, in eine eigene Location - das FLUGAUSBILDUNGSZENTRUM WIEN in 1100 Wien, Antonsplatz 17.

Moderne Schulräume, ausgestattet mit Overhead, Videobeamer und Soundsystem standen zur Verfügung, der Ankauf eines FNTP II Flugsimulators, welcher bereits den harmonisierten Anforderungen der neuen zu erwartenden Ausbildungsrichtlinien nach JAR entsprach, ergänzte sinnvoll die Ausbildungsschiene.

Mit 1.6.2006 verzeichnete der Verein einen Flugschülerstand von ca. 70 Personen in verschiedenen Sparten. 
Neuer Ausbildungsleiter und Head of Training wurde Cpt. Werner HANSEL, welcher sich gemeinsam mit Gustav Z. HOLDOSI und Ing. Gustav HOLDOSI jun. intensiv dem Übergang der nationalen Motorflugschule in eine nach neuen europäischen Ausbildungsbestimmungen in eine FTO widmete. An Fluglehrern waren bereits 11 Personen verzeichnet.

Es stand eine Flotte von 9 Schul- und Reiseflugzeugen zur Verfügung, darunter zwei Cessna 150, drei Cessna 172, eine zweimotorige PA23 Apache, eine Katana DV20, ein HB23 Motorsegler, eine SUBA für Kunstflug sowie das einzige Schul-Wasserflugzeug Österreichs, eine LAKE LA4/200.

2014 wurde aufgrund gesetzlicher europäischer Änderungen die Flying Training Organisation (FTO) in eine ATO umgewandelt. 

Von im Gründungsjahr 1996 ausgewiesenen 32 Flugstunden stiegen die Leistungen der MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG auf ca. 1.500 Flugstunden pro Jahr. 

Als eine der wenigen österreichischen Flugschulen wurde  die MOTORFLUGUNION von AUSTRO CONTROL nach JAR-FCL als FLYING TRAINING ORGANISATION (FTO A-117) 2007 genehmigt, als gemeinnütziger Verein die Einzige in Österreich, welche von Beginn an ihren Platz in der Flugschulszene erfolgreich behauptet.

Mit Bescheid der AUSTRO CONTROL wurde die Flugschule der MOTORFLUGUNION im März 2014 nach europäischen Recht als eine europäische Flugschule ATO (AT.ATO.117) lizensiert.

Über Einladung der KARL-FRANZENS-UNIVERSITÄT wird von der MFU ein Luftrechtskurs zum "kleinen Pilotenschein" - Spezialgebiet Drohnen veranstaltet. 

Die MFU-Flugschule ist inzwischen  weit über die Grenzen Österreichs bekannt und wird von vielen ausländischen Piloten für deren Ausbildung oder Lizenzerweiterung gewählt. Als Besonderheit gilt die Zulassung als einzige österreichische Wasserflugschule seit 1945 und einziger professioneller Anbieter für Drohnen-Luftrechtskurse in Österreich.