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Reise nach Marokko/Portugal 2006

"Stunden sammeln" war hier das Motiv für die Reise mit unserer SUBA mit Kennzeichen D-EIDW. Im Zuge der Instrumenten- und Berufspiloten-Ausbildung werden die benötigten Flugstunden sinnvollerweise mittels Langstreckenflügen erflogen. Nicht zuletzt der Weg internationale Erfahrungen zu sammeln, welche später den Piloten zugute kommen.

Der Weg führte über
9 Tage, 9 Länder, 36 Stunden von Österreich über Slowenien, Kroatien, Italien, Frankreich, Spanien, Marokko, Gibraltar, Portugal und zurück.

Hier der Bericht:

LOAN - LDPL (Tag 1)

Geplanter Abflugtermin für unsere Reise war eigentlich Sonntag, der 05.04.2006, doch Aufgrund desausgezeichneten Wetters schon am Samstag, beschlossen wir nichts zu riskieren und uns schon früher auf den Weg zu machen. Wir trafen uns zu Mittag in Wr. Neustadt und nach dem Einladen des Gepäcks, Instruktion der Passagiere und gründlichem Check der Maschine ging es los. Unterwegs waren wir mit unserer Fuji (SUBA), D-EIDW.


Zu Beginn war das ganze natürlich nur ein Standardverfahren, der Ausflug über Golf, Kurs auf den Grenzüberflugspunkt ROTAR südlich von Graz. Nachdem wird das hinter uns gebracht hatten, begann das ganze natürlich interessanter zu werden. Da Franz und auch ich diese Route noch nicht oft geflogen waren, genossen wir den ruhigen Flug über die schöne Bergwelt.

Der Funkverkehr nach dem verlassen Österreichs gestaltete sich erwartungsgemäß einfach und schon bald hatte ich die Clearence für einen direkten Flug nach Pula eingeholt.

Da die Saison noch nicht begonnen hatte, war der Luftraum eher dünn beflogen und bis auf einige Segelflugzeuge eherruhig. 10 NM vor Pula gingen wir in einen langsamen Sinkflug über und drehten in den Anflug auf die Piste 27 ein. Wir waren Flugbewegung Nummer 2 des Tages. Nach einer gelungenen Landung, ging es ab über den Taxiway auf das Vorfeld, wo auch schon der per Funk angeforderte Tankwagen auf uns wartete.

LDPL - LIMJ (Tag 1)

Während Franz die Formalitäten im Abfertigungsgebäude erledigte und die aktuelle Wetterinformation abrief, beschäftigte ich mich mit dem Tanken des Flugzeuges und dem Studieren der kommenden Route.

Nach Anlegen der Schwimmwesten und Erhalt der Clearence für die Piste 27 ging es auch schon wieder los und während Franz das Flugzeug nach Norden, der Küste entlang lenkte, gab mir der Controller aus Pula zahlreiche Informationen über die Gegend, Badestrände und Sehenswürdigkeiten


Direkt nach dem Abflug aus Pula mit Blick nach Norden

Ein Highlight der "Führung": Rosin

Nachdem der freundliche Controller uns an die nächste Frequenz weitergereicht hatte, begann ich mich um eine möglichst direkte Route nach Genua zu bemühen. Das Resultat war eine Zeitersparnis von mehr als 30 Minuten. Wir durften unmittelbar bei Portoroz das Meer Richtung Westen überfliegen. Aufgrund der Feuchte und der starken Sonne war es überall dunstig, wobei uns unsere Erfahrungen im Umgang mit dem künstlichen Horizont und dem Instrument-Screening sehr zu Gute kamen. Bei erreichen der italienischen Küste versuchste man zuallererst Richtung CHI VOR umzuleiten, was sich aber durch bestehen auf unserem Willen eine direkte Route zu fliegen verhindern lies. So wurden wir zunächst nach Gremona gecleared. In 500 Fuß über Grund überflogen wir so die Po-Ebene. Auf halber Strecke nach Gremona erreichten wir eine Freigabe nach Genua, was uns den direkten Flug sicherte. Über Parma begannen wir unseren Steigflug, um genügend Höhe für den Überflug über das Bergmassiv zu gewinnen. Nach Einholen des aktuellen Wetters von Genua stellten wir fest, dass sich die Wettersituation entgegen der Erwartungen verschlechtert hatte. Es war jedoch durchaus noch fliegbar, bei broken auf 7000ft. Ungefähr 30 NM vor Genua beschossen wir, über die aufgerissene Wolkendecke zu gehen, die wir zu Beginn noch zwischen den Berggipfeln unterflogen hatten. Ungefähr 10 NM später verdichtete sich die Schicht und es sah sehr nach overcast aus.

Über den Wolken dem Sonnenuntergang entgegen

Abermals holte ich einen Wetterbericht ein, der keine Verschlechterung in Genua anzeigte. Tatsächlich trat jedoch keine Verbesserung ein und wir standen vor dem Problem nun die Wolkenschicht zu durchstoßen, unter der die Controllerin Wolkenfreiheit versprach. So fanden wir schließlich eine Möglichkeit, durch die Schicht zu sinken und landeten im Dämmerlicht auf der Piste 29 wohlbehalten in Genua.

Die Wetterlage bei der Ankunft von unten

Nach der Landung wurden wir von einem Shuttle abgeholt und zumAbfertigungsgebäude gebracht. Nachdemalles erledigt war begannen wir nach einem Hotel zu suchen. Im Sheraton, welches direkt neben dem Airport ist, verlangte man € 100,-inkl. Pilotenrabatt/Person. Wir suchten also weiter und stießen nach halbstündiger Suche auf ein heruntergekommenes Hotel in den Slums von Genua. Für eine Nacht musste es jedoch reichen, also buchten wir uns für € 40,-/Doppelzimmer ein.

LIMJ-LFMD (Tag 2)

Am nächsten Tag wanderten wir in aller Frühe wieder zurück zum Airport, um gegebenenfalls dem schlechten Wetter zu entkommen, das uns nachzog. Wir holten das Wetterbriefing ein, welches ein eher fragliches Ergebnis lieferte und unterhielten uns mit den Spezialisten über die Situation. Uns wurde ein Ausflug in niedriger Höhe empfohlen, den wir dann auch durchführten. Wir starteten auf der Piste 09 und drehten mit einer Rechtskurve wieder auf unseren vorgesehen Süd-West-Kurs. Es folgte ein zunächst eher düsterer Flug mit tiefer Bewölkung und Regenschauern, doch allmälich verbesserte sich die Situation und schließlich stießen wir unter der Schicht hervor und setzten unseren Flug in strahlendem Sonnenschein fort. Die Minimum-Flughöhe entlang der Küste beträgt 500 ft, jedoch wurde uns auf Anfrage eine Clearence auf 250ft gegebn, was wir natürlich sofort nutzten und uns spektakuläre Ausbliche lieferte.


Die zunächst schlechte Wetterlage beim Ausflug


Wunderschöne Aussichten im Tiefflug entlang der Küste


Traumhafte Szenerie bei Monte Carlo, Cannes, Nizza, alles in 250ft

Aufgrund unserer niedrigen Flughöhe wurden wir erheiternder Weise bei jeder Anmeldung auf einer neuen Frequenz als Hubschrauber identifiziert. In Cannes flogen wir auf Piste 17 an und genossen nach der Landung erst einmal die traumhafte Küstenline bei einem gemütlichen Mittagessen. Nachdem wir nach 30 Minuten spazieren wieder am Flughafen angekommen waren ging es wieder weiter.

LFMD-LEAP (Tag 2)

Nach dem Einholen der Rollfreigabe mussten wir leider eine kurze Verzögerung, hervorgerufen durch die große Anzahl der startenden Flugzeuge hervorgerufen wurde, in Kauf nehmen. Nach geglücktem Start folgte ein ruhiger Flug in perfektem Wetter entlang der Küstenlinie.


Wohnwagensiedlungen entlang der fanzösischen Küste


Staubewölkung entlang der Küste kurz vor der Landung

Kurz hinter der fanzösisch/spanischen Grenze lag unser Flugziel, Ampuria Brava. Beim Anflug auf das Feld gelang es uns gerade noch, eine Landefreigabe einzuholen, bevor der Bodenfunk uns mitteilte, dass das Personal nun nach Hause ginge und wir das Flugzeug abstellen sollten. Nach der Landung auf dem kurzen Asphaltplatz rollten wir in eine für uns passende, windgeschütze Parkposition - es herrschte auffrischender, starker Wind - und teilten der zweiten Maschine (D-EGBP, C172 Rocket), welche sich ebenfalls auf einer ähnlichen Reise und im Anflug befand die Windrichtung und -stärke per Funk mit. Zusammen versorgten wir dann die zwei Flugzeuge und begaben uns auf die Suche nach einer passenden Unterkunft.

Ungefähr 200 m von Flugplatz entfernt wurden wir fündig und quartierten und ein. Da es schon gegen 9 Uhr lokal war, beschlossen wir noch, unsere ausgehungerten Mägen zu versorgen und besuchten ein nahes Restaurant. Nach einem ausgezeichneten Essen schliefen wir umso besser.


Aussicht aus dem Hotelzimmer in Ampuria Brava

LEAP-LEAM (Tag 3)

Am nächsten Morgen hieß es erst einmal Ausschlafen. Nach einem reichhaltigen Frühstück trafen wir uns und begaben uns auf den Weg zurück zum Flugplatz. Aufgrund des nur schwachen Windes und der kurzen Startbahn (ca 400 m) beschloss ich, einen Teststart mit nur zwei Personen an Bord vorzunehmen. Wir bereiteten das Flugzeug also vor, kontrollierten den Reifendruck und achteten darauf, nicht zu viel Treibstoff nachzufüllen. Da alles problemlos klappte hatten wir keine Bedenken mehr für den Abflug. Dennoch beschlossen wir, einen unserer Passagiere auf das zweite Flugzeug umzusiedeln, welches nur von 2 Piloten, ohne Passagieren geführt wurde. Alles klappte problemlos und es folgte ein langer Flug (4:31) nach Almeria.

Hierbei waren wir zum ersten Mal wirklich froh über unsere Schwimmwesten, denn mehr als 3 Stunden führten uns ca 50 NM hinaus auf das Meer um den Einflugsektor für Barcelona nicht zu durchfliegen.

Die Landung in Almeria wurde durch einen ILS-Anflug zum Higlight und zusätzlich nach einem kurzen Schauer die gesamte Landebahn in Dampf gehüllt war und somit einen tollen Anblick bei der Landung bot.


Bahnhof im Herzen von Almeria


Unsere "Reisegemeinschaft" auf dem Vorfeld

In der Stadt empfahl man uns eine schöne Unterkunft, welche wir nach kurzer Taxifahrt erreichten. Auch hatten wir das Glück, eine religiöse Trauerzeremonie mitzuerleben, die dort zu Ostern stattfindet.

LEAM-GMTT (Tag 4)

Am vierten Tag verließen wir in Formation mit der D-EGBP Almeria beiausgezeichnetem, ruhigen Flugwetter. Der ca. zwei Stunden lange Flug stellte aufgrund der Formation eine besondere Herausforderung dar, da von beiden Besatzungen natürlich besonders auf ein koordiniertes und sauberes Fliegen zu achten war.


Formationsflug

Nachdem wir Malaga passiert hatten kamen wir zum ersten Mal mit dem Controller von Gibraltar in Funkkontakt, welcher sich durch sein ausgesprochen britisches und sauberes Englisch auszeichnete - und einen krassen Gegensatz zum bisherigen Funkverkehr darstellte.

Charakteristisch für Gibraltar ist der Felsen, welcher schon von weitem am Horizont zu erkennen ist. Beim verlassen des europäischen Kontinents neben Gibraltar hatten wir zunächst auch mit sehr dunstigen Sichtverhältnissen zu kämpfen, was sich aber über dem Meer schnell besserte.


Der Fels von Gibraltar im Dunst

Ein Highlight unserer Reise war eindeutig der Einflug nach Tangier. Nach zahlreichen, vom Controller geforderten Postionsmeldungen flogen wir schließlich östlich von Tangier City nach Marokko ein und passierten das Flugfeld südlich um schließlich auf der (wirklich) langen Landebahn Richtung Osten zu landen.

Tangier City

Nach der Landung hatten wir, die wir als österreichische Piloten eher kurze Landebahnen gewohnt waren zunächst einige Zeit auf der Piste zu rollen, bis wir dieselbige Richtung Tower verlassen konnten. Sofort nach der Landung wurden wir als Piloten von einem Angestellten des Flughafens begrüßt, unsere Passagiere wurden kaum beachtet.

Nachdem wir unsere Flugzeuge versorgt hatten, folgten wir dem freundlichen "Handling Agent" zum Abfertigungsgebäude, wo wir unsere Landegebühr und Handlingkosten (inkl. Trinkgeld ca. € 2,50) bezahlten und sogar noch eine Flugplan ausgefüllt bekamen. Aufwendig wurde es erst, als wir mit den Zollbehörden zu tun bekamen, welche sehr bürokratisch ein Formular nach dem anderen zum Ausfüllen bereitstellten.

Als auch dies erledigt war begaben wir uns wieder zu unseren Flugzeugen, wo wir (D-EIDW) nach Gibraltar und die D-EGBP wieder Richtung Österreich aufbrachen.

GMTT-LXGB (Tag 4)

Der Flug verlief ruhig und bereits nach 20 Minuten erhielten wir die Landefreigabe für Gibraltar. Eine Besonderheit Gibraltars (aus fliegerischer Sicht) ist eindeutig der spektakuläre Anflug. Zunächst folgt man der Anflugroute entlang der Westküste Gibraltars und dreht dann über dem Yachthafen in den Endanflug ein, wo - aufgrund der Verwirbelungen durch den Fels - aus allen nur erdenklichen Richtungen mit Wind und Turbulenzen zu rechnen ist.

Und nicht nur das, die Landebahn ist so angelegt, dass sie in Richtung Ost-West verläuft, was bedeutet, dass die gesamte breite Gibraltars und sogar noch ein zugeschütteter Teil der Meeresbucht dafür verwendet wird. Natürlich muss Gibraltar aber auch auf dem Landweg erreichbar sein, was zur abenteuerlichen Konstrutkion von Schranken auf beiden Seiten der Landebahn geführt hat, die den normalen Landverkehr aufhalten, sobald ein Flugzeug im Anflug ist. Als Folge davon wurde unsere Landung von einigen Dutzend neugierigen Augenpaaren verfolgt :).

Der Fels von Gibraltar - Nach der Landung

Nachdem das Flugzeug versorgt war gingen wir zu Fuß in die wunderschöne Stadt, wo wir in einem authentisch-britischen Hotel abstiegen und anschließend unseren Hunger in einem Restaurant stillten.

Die wunderschöne Stadt in Gibraltar


Tag 5 Der Affenfelsen

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Expedition auf den Affenfelsen von Gibraltar, welchen wir über die vorhandene Seilbahn "erklommen". Der Felsen bietet eine wunderschöne Aussicht über das umliegende Gebiet und ist - wie der Name schon sagt - von Affen bevölkert, die dort frei leben.



Wir verbrachten den ganzen Tag auf dem Felsen und besuchten mehrere Aussichtswaren, das mittelalterliche Stollensystem im Felsen und eine natürlich entstandene Grotte. Die ganze Zeit über kamen wir immer wieder mit den Affen in Kontakt, welche teilweise sehr frech versuchten, allerlei Dinge zu stehlen. So passierte es auch mir, das ein großes Exemplar auf meine Schulter hüpfte und mir mein wohlverdientes Eis entriss, um es dann genüsslich zu verspeisen.


Traumhaftes Aprilwetter, Restaurant am Gipfel des Felsens


Diebische Affen verspeisen mein Eis


Äffchen, Aussicht aus dem Stollensystem auf den Flughafen

LXGB-GMTT (Tag 6) Abenteuerliche Taxifahr in Tangier

Nach unserem strapaziösen Ausflug schafften wir es doch, am nächsten Tag zeitig wieder am Flughafen zu sein und brachen, wie es Aufgrund von Einreisebestimmungen zwischen Spanien und Gibraltar Vorschrift war, erneut nach Tangier auf. In Tangier besuchten wir dieses Mal zunächst noch die Stadt, flogen dann aber bald nach Jerez weiter, da sich die Sicht aufgrund trockenen Dunstes permanent verschlechterte.

GMTT-LEJR (Tag 6)

In Jerez mussten wir zunächst fast eine halbe Stunde zu Fuß gehen um dann unsere (wenn auch geringe) Landegebühr bezahlen zu können. Nachdem auch dies erledigt war, ging es gleich weiter nach Cascais, Portugal.

LEJR-LPCS (Tag 6) Wunderschöne Altstadt in Cascais

Hier hatte unsere Reise wieder einen Höhepunkt. Nach einem wunderschönen Anflug entlang der Altlantikküste folgte ein traumhaft gutes Essen im Stadtzentrum von Cascais (ca. 20 km von Lissabon). Danach spazierten wir noch ein wenig durch die Altstadt, welche in Zusammenspiel mit dem nächtlichen Meer ein weiteres Highlight darstellte.



LPCS-LECU (Tag 7)
Wolkendecke über Spanien und Portugal

Ursprünglich hatten wir geplant, unsere Reise über die Nordküste Portugals zu führen, was an diesem Tag jedoch durch vernichtend schlechtes Wetter zur Nichte gemacht wurde. Nach langem hin und her besserte sich das Wetter jedoch soweit, dass es möglich war, direkt durch die Mitte von Spanien und Portugal nach Madrid Quattro Ventos aufzubrechen.

Wir kämpften uns zunächst durch aufgerissene Bewölkung über die Abflugroute südlich an Lissabon vorbei und erlebten dann jedoch einen sehr ruhigen Flug in Flugfläche 80 in gerader Linie über anfangs fast geschlossener, später jedoch zunehmend lockerer Bewölkung nach Osten vor. Guter Rückenwind verhalf uns dabei zu einer relativ kurzen Flugzeit.

LECU-LEAP (Tag 7)

Von Madrid ging es weiter nach Ampuria Brava, wo wir uns den Rest des Tages am Strand entspannten.

LEAP-LFMD (Tag 8)

Am 8. Tag unserer Reise ging es wieder weiter Richtung Heimatland. Wir starteten aus Gewichtsgründen mit halbvollen Tanks, was aber bei weitem bis Cannes ausreichte. In Cannes beschlossen wir, uns wieder einen Tag Pause zu gönnen und unternahmen eine ausgedehnte Expedition durch die Stadt und entlang der Promenade.

LFMD-LDPL (Tag 9)

Bei unserem Aufbruch nach Pula waren die Wetterverhältnisse für Österreich nicht besonders gut prognostiziert, was uns natürlich störte, da wir vor hatten, an diesem Tag bis nach Hause zu fliegen. Nachdem wir bei sonnigem Wetter bis Genua vorgedrungen waren, gelang es mir eine Freigabe direkt nach Pula zu bekommen, was uns einen schönen Flug über die Po-Ebene bescherte. Als wir die Adria erreichten hatten wir mit hartnäckigem Dunst zu kämpfen, der schließlich in eine aufgerissenen Wolkendecke überging.

Um das Wetter nicht herauszufordern tankten wir so schnell wie möglich in Pula und holten eine ausgiebige, zunehmend pessimistische Wettervorhersage für Österreich ein.

Trotz der zweifelhaft vorhergesagten Bedingungen beschlossen wir es zu versuchen.

LDPL-LJPZ (Tag 9)

Als wir in die Gegen um Portroz kamen, sank die Untergrenze soweit ab, dass ich beschloss den Flug nicht fortzuführen und wir landeten auf unserem Alternate, Portoroz. Den restlichen Tag verbrachten wir in unserem Hotel, wo wir uns bewirten ließen und früh schlafen gingen, um am nächsten Tag zeitig aufbrechen zu können.

LJPZ-LOAN (Tag 10) Wolkendecke auf der Strecke nach Österreich

Bereits bei der Fahrt zum Flugplatz war klar, dass es das Wetter wohlwollend mit uns meinte und auch die Wetterberichte für Österreich waren deutlich besser als am Vortag. Wir starteten also um 8:30 und flogen über die uns wohlbekannte Strecke vorbei an Graz nach Wiener Neustadt, wo unsere Reise ihr Ende fand.

Fazit

Auf unserer Reise haben wir ziemlich alle Wettersituationen erlebt, die man sich als Pilot nur vorstellen kann. Besonders die Abwechslung machte die ganze Sache aber so interessant. Nicht nur wir als Piloten, sondern auch unsere Passagiere haben die Flüge und die traumhafte Landschaft genossen. Der Flug war auf jeden Fall ein großer Gewinn an Erfahrung und dafür ein Gefühl zu bekommen, wie man auch außerhalb Östereichs die so intensiv trainierten Fähigkeiten richtig anwendet.

Ein Bericht von und mit Gustav Holdosi jun.

Flugzeitübersicht

Datum Abflug Landung Flugzeit
Ort Zeit Ort Zeit
08.04 LOAN 1136 LDPL 1411 2:35
08.04 LDPL 1509 LIMJ 1802 2:53
09.04 LIMJ 0811 LFMD 0935 1:24
09.04 LFMD 1412 LEAP 1725 3:13
10.04 LEAP 0805 LEAP 0815 0:10
10.04 LEAP 0827 LEAM 1258 4:31
11.04 LEAM 0806 GMTT 1016 2:10
11.04 GMTT 1150 LXGB 1222 0:32
13.04 LXGB 0839 GMTT 0906 0:27
13.04 GMTT 1229 LEJR 1318 0:49
13.04 LEJR 1519 LPCS 1726 2:07
14.04 LPCS 1001 LECU 1238 2:37
14.04 LECU 1454 LEAP 1800 3:06
15.04 LEAP 1012 LFMD 1237 2:25
16.04 LFMD 0905 LDPL 1225 3:20
16.04 LDPL 1314 LJPZ 1350 0:36
17.04 LJPZ 0727 LOAN 0944 2:17
Summe:
35:12
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